Haben Sie Lust einzigartige Naturwunder zu erforschen und näher kennenzulernen? In diesem Artikel dreht sich alles um das Thema Moor: genauer gesagt Hochmoore.

Worum es sich dabei handelt oder wie ein derartiges landschaftliches Gebilde entsteht? Wie die Menschen in der Vergangenheit und auch heute noch mit und von Moorlandschaften leben? Oder welche gesundheitlichen Vorteile Moor bietet?

All diesen Fragen gehen wir heute näher auf den Grund.

Anschaulich erklärt: Was ist ein Hochmoor?

Hochmoorlandschaften bieten uns ein außergewöhnliches Naturspektakel. Sie lassen sich ganz gut mit einem vollen Schwamm vergleichen, denn sie können bis zu 90 % Wasser speichern.

Doch was ist ein Hochmoor? Als sogenanntes Hochmoor werden sie deswegen bezeichnet, weil sie ihr Wasser ausschließlich aus Regen beziehen. Aus diesem Grund werden sie in Fachkreisen auch als ambrotrophe Moore oder Regenwassermoore bezeichnet.

Eine solche Moorlandschaft kann bis zum fünfundzwanzigfachen des eigenen Trockengewichts an Wasser abspeichern. Setzt ein vorübergehendes Trockenlegen durch hohe Temperaturen ein, schadet es dieser Moorform nicht dauerhaft. Die dort beheimateten Torfmoose sind an die Lebensraumbedingungen gewöhnt und können selbst unter nährstoffarmen Umständen wachsen. Auch der saure Boden kann ihnen dabei nichts anhaben.

Andere Pflanzen haben es in dieser Umgebung sehr schwer. Es wachsen meist nur sehr kleine Sträucher und verschiedene Gräser. Ursache hierfür ist die schlechte Bodenbelüftung. Reste von Pflanzen zersetzen sich kaum und es bildet sich der typische Torf, der pro Jahr rund 1 mm in die Höhe wächst.

Das Gegenteil von Hochmooren sind so genannte Niedermoore. Anders als der Name vielleicht erwarten lässt, speisen sich diese nicht tiefergelegt von Regenwasser, sondern von mineralhaltigem Grundwasser. Dies ist auch der Grund warum ein Niedermoor deutlich besserer Grundvoraussetzungen für die Tiere- und Pflanzenwelt bietet.

Wie entsteht ein Hochmoor?

Ein Hochmoor bildet sich nur unter folgenden Bedingungen:

  • hohe Niederschlagsmenge
  • Menge des Niederschlags liegt höher, als der Abfluss oder die Verdunstung
  • Niederschläge gleichmäßig übers Jahr verteilt

Diese ganzen Anforderungen erfüllt in Deutschland der Nordwesten. Aufgrund des Atlantiks sind dabei die Winter recht warm, aber die Sommer ziemlich kühl. Mit Unterstützung von Westwind erhält das Moor regelmäßig Regen.

Eine Ursache, warum der Nordwesten Deutschlands in der Vergangenheit mit großen Hochmooren ausgefüllt war.

Doch wie entsteht ein Hochmoor? Dabei handelt es sich um einen Vorgang, der über Jahrhunderte oder Jahrtausende voranschreiten kann. Beispielsweise in Niedersachsen begann dieser Prozess nach der letzten Eiszeit und liegt rund 8000 Jahre zurück. Ein erhöhter Meeresspiegel der Nordsee sorgte für ein Anstauen des Wassers auch in Flüssen. Niedrig gelegene Landschaften wurden überschwemmt und in den Feuchtgebieten wuchs Torfmoos.

Es entstanden zunächst Niedermoore, das sich von Grundwasser speisen. Jedoch wuchs das Moor heran und entwickelte sich zu einem Hochmoor, dass keinen Zugang mehr zum Grundwasser hat, sondern sich lediglich aus Regenwasser generiert.

Bei Untersuchungen hat man herausgefunden, dass ein Hochmoor sich markant zeigt anhand einer Schwarz-Torfschicht sowie einer darauf liegenden Weiß-Torfschicht. Diese Schichten sind Indikatoren dafür, dass der Wasserhaushalt der Moore über Jahre hinweg schwankte.

Welche Bedeutung haben Hochmoore?

Ein Moor besitzt nicht nur eine wichtige Bedeutung für Pflanzen- sowie Tierarten. Moore dienen dabei auch als Rückzugsort für bedrohte Gattungen. Hochmoorgebiete erfüllen aber auch eine landschaftsökologische Aufgabe. Sie binden mit dem Torf Stickstoff sowie weitere Naturstoffe und nehmen somit Einfluss auf unser Klima.

Sie können große Wassermengen aufnehmen und im Torfkörper Schadstoffe, wie Schwermetalle oder Pestizide, aufnehmen. Aus diesem Grund gilt natürlich gewachsenes Moor als wertvolles Filterwerk in einer zunehmend von Schadstoffen infiltrieren Umwelt.

Probleme aufgrund des Abbaus durch den Menschen?

Der Mensch gilt als natürlicher Feind des Hochmoors, denn er sorgte über Jahrhunderte hinweg für die Trockenlegung sowie einen Torfabbau.

Torf ist besonders nährstoffhaltig und ein idealer Bestandteil für Gartenerde. Ein exzessiver Abbau hat zur Folge, dass im mittleren Europa kaum noch Torf natürlich abbaubar ist. Daher werden große Topfmengen aus Sibirien oder Kanada nach Deutschland importiert.

Mit einer unausgeglichenen Landwirtschaft sorgt der Mensch dafür, dass Unmengen an Pestiziden Mineralsalzen und Schadstoff in Hochmoore gelangen. Das natürliche Gleichgewicht sowie der dortige Sauerstoffgehalt werden dadurch gestört und dauerhaft geschädigt. Mit weitreichenden Folgen, denn über die Jahrhunderte kam es bereits zu einem großen Artenverlust im Bereich der Pflanzen- und Tierwelt.

Aufgrund von Entwässerung kommt es zur Belüftung des Torfbodens. Der daraus folgende sorgt dafür, dass die natürliche Filterfunktion von Regenmooren aufgehoben wird.

Darüber hinaus wird seit Jahrtausenden sicher verschlossener Stickstoff in großen Mengen in der Atmosphäre freigesetzt. Zusätzlich kommt es zu Nitratfreisetzungen, die unser Grund- und Trinkwasser belasten. Zu steigern aufgelöste Hochmoor die Kohlendioxidfreisetzung und tragen zum Treibhauseffekt bei.

Wie lassen sich Moorlandschaften besser schützen?

Wissenschaftler haben bereits in den letzten Jahrzehnten auf die Bedeutsamkeit von Hochmooren aufmerksam gemacht. Es gibt eine Reihe von Bemühen, die noch bestehen Hochmoore zu schützen beziehungsweise zu regenerieren.

International wird die Ramsar- Konvention dazu genutzt, Feuchtlandschaften zu schützen. In Deutschland existieren derzeit 32 erfasste Feuchtgebiete mit einer Fläche von rund 850.000 ha. Besonders bekannt sind das Wollmatinger Ried, die Diepholzer Moore Niederung sowie das Elbe-Weser-Dreieck.

Die Einhaltung dieser Ramsar-Konvention wird durch eine Reihe von europäischen Richtlinien unterstützt. Bei uns ist es unter anderem das Bundesnaturschutzgesetz und die Naturschutzgesetze der Länder.

Auch unsere Nachbarländer wie die Schweiz lassen den Mooren besondere Schutzvorkehrungen zukommen. Dabei setzt die Schweiz auf die sogenannte Hochmoorverordnung aus 1991. Darin sind sowohl landwirtschaftliche Maßnahmen, als auch eine Bebauung verboten.

Europaweit wird sich auch um die „Wiedervernässung“ von Gebieten gekümmert, die trocken gelegt wurden. Dabei werden Entwässerungsgräben mit Unterstützung von Dämmen wieder verschlossen. Eine vollständige Regeneration ist jedoch erst nach Jahrhunderten möglich. Nur so lassen sich trockengelegte Moorflächen wieder als Hochmoore bezeichnen, in denen Topf bildende Mechanismen stattfinden.

Moor und unsere Gesundheit?

Moor wird bereits seit Jahrhunderten auch für gesundheitliche Zwecke genutzt und dient unter anderem der Thermotherapie mit Tiefenwärme zur Behandlung von Rheuma, aber auch Schmerzen in Rücken, Muskeln und Gelenken.

Um der Umwelt durch Mooranwendungen nicht zu schaden, ist es entscheidend, dass das Moor aus einem nachhaltigen Abbaugebiet kommt und wichtige Richtlinien und Zertifizierungskriterien erfüllt.

Die folgende Übersicht zeigt Ihnen, wie Naturtorf gezielt für die Gesundheit eingesetzt werden kann:

  • degenerative Erkrankungen der Gelenke
  • degenerative Nervenkrankheiten
  • Beschwerden der Wirbelsäule
  • Behandlung des gesamten Bewegungsapparates
  • chronische Erkrankungen der Harnwege
  • Krankheiten des Verdauungstraktes
  • chronische gynäkologische Entzündungen

Faszination: Hochmoor

Wunder der Natur erleben und für die eigene Gesundheit nutzen! Wie entsteht ein Hochmoor? In unserem heutigen Blogbeitrag haben Sie mehr über das Naturschauspiel des Hochmoors erfahren. Wir haben Ihnen aber nicht nur eine ganze Reihe interessanter Informationen kompakt zusammengestellt, sondern Ihnen auch wertvolle Hinweise rund um den Gesundheitsfaktor von Moor aufgelistet.

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