Lassen sich Rheuma und Knieschmerzen mit einer Kältebehandlung effektiv bekämpfen?

Wir haben die Kältebehandlung näher für Sie beleuchtet und beantworten Ihnen in diesem Beitrag Fragen wie:

  • Was ist eine Kältebehandlung?
  • Welche Instrumente kommen bei einer Kältebehandlung zum Einsatz?
  • Wirkt die Kältebehandlung bei Rheuma?
  • Lassen sich Rheuma und Knieschmerzen durch eine Kältetherapie (Kryotherapie) langfristig verbessern?

Lesen Sie jetzt alles rund um die wohltuende Wirkung von Kälte bei Rheuma und Knieschmerzen.

Was ist eine Kältebehandlung?

Bei der Kältebehandlung auch (Kryotherapie im Griechischen Kryo für kalt) wird über physikalische Anwendungen, sowohl lokal oder in systematischer Behandlung des ganzen Körpers, Kälte zu therapeutischen Zwecken genutzt.

Insbesondere im Rahmen der Rheumatologie findet die Kältebehandlung in den letzten Jahren immer mehr Beachtung.

Wirkung der Kältebehandlung

Physiologisch wirkt die Kältebehandlung umfassend auf die Strukturen und Prozesse in unserem Gewebe:

  • Verengung der Gefäße (Fachbegriff: Vasokonstriktion)
  • Herabsetzen des Stoffwechsels der Zellen
  • Förderung der Durchlässigkeit kleiner Blutgefäße
  • Reduzierung von Entzündungen im Gewebe
  • Herabsetzung der Nervenleitgeschwindigkeit
  • Verringerung des Schmerzempfindens
  • Kurzzeitige Erhöhung und langfristige Verringerung des Grundspannungszustands der Muskeln
  • Erhöhung der Viskosität der Schmiermittel in den Gelenken (erhöhte Viskosität der Synovialflüssigkeit)

Ziele der Kältebehandlung

Durch die Kältebehandlung kommt es zu einem Entzug der Wärme aus dem zu behandelnden Gewebe. Bei Rheuma und Knieschmerzen beruht die Wirkung auf:

  • Einer Verengung der Gefäße
  • Einer Reduzierung der inneren muskulären Anspannung
  • Sowie einer Verringerung des Schmerzes (analgetische Wirkung)

Zeit der Anwendungsbereiche einer Kältetherapie

Bei einer Kältebehandlung wird meist in kurzfristige und langfristige Anwendung unterschieden.

Die kurzzeitige Kältebehandlung umfasst einen Zeitraum von etwa 10 bis 15 Minuten. Dabei kommt es zur Verengung der Gefäße und einer Reduktion der lokalen Durchblutung an der Oberfläche sowie in tieferliegenden Muskelschichten.
Wird bei dieser, oft auch lokalen Kältebehandlung die Kälte weggenommen, kommt es zu einer kurzzeitigen starken Durchblutung des Gewebes mit wellenförmigen Verlauf.

Die langfristige Kältebehandlung erstreckt sich über einen Zeitraum von 1 bis 2 Stunden. Dabei kommt es zu einer starken Reduktion der Durchblutung sowie einer Dämpfung des Stoffwechsels und enzymatischer Vorgänge.
Dieser Einfluss kann bei Entzündungen, die bei Rheuma oder Knieschmerzen auftreten, hilfreich sein, denn es liegt hier meist ein erhöhter Stoffwechsel vor. Die Grundspannung der Muskulatur wird nur kurzfristig erhöht, aber im Abschluss langfristig herabgesetzt. Darüber hinaus kommt es zu einem Herabsetzen der nervalen Tätigkeiten und somit zu einer Unempfindlichkeit gegenüber Schmerz.

Kältebehandlung Instrumente bei Rheuma und Knieschmerzen

Zur Kältebehandlung stehen mehrere Instrumente zur Verfügung, die je nach Anwendung, beispielsweise lokale Kältebehandlung oder ganzheitliche Kälteanwendung, zum Einsatz kommen können:

  • Kaltwasserbad: lokale Kältebehandlung einzelner Körperteile beispielsweise Füße in kaltes Wasser tauchen (10-15 °C)
  • Eistauchbad: Eintauchen des Körpers in kaltes Wasser
  • Eisbeutel zur lokalen Kältebehandlung
  • Chemische Kompresse aus Eis
  • Gehkühlte oder tiefgekühlte Moorpackungen mit Moorkissen
  • Packungen mit gefrorenen Gelpads
  • Verdunstungskälte mit Flüssigkeiten wie zum Beispiel Chloräthyl
  • Kältekammer für die Ganzkörperkälteexposition für ca. 1-3 Minuten

Dabei variiert die Anwendung der Instrumente zur Kältebehandlung stark nach der jeweiligen gewählten Temperatur, Anwendungsdauer und dem Ort der Behandlung.

Achtung bei längerer lokaler Kältebehandlung! Nutzen Sie eine längerfristige lokale Kältebehandlung zum Beispiel mit einem Moorkissen, verwenden Sie eine trockene Zwischenlage, bei der die Haut nicht direkt mit der Kälte in Berührung kommt. So vermeiden Sie eine Verletzung und Erfrierung der Haut durch längere Kälteeinwirkung.

Rheuma – ist eine Kältebehandlung empfehlenswert?

Unter der weiten Definition Rheuma werden in Deutschland rund 100 verschiedene Krankheitsbilder zusammengefasst, bei denen, Knorpel und Gelenke aber auch Bänder, Sehnen und Muskeln von schmerzhaften Entzündungen betroffen sind.

Besonders häufig tritt dabei die so genannte rheumatoide Arthritis auf, bei der es sich um eine Abwehrhaltung des Immunsystems gegen den eigenen Körper handelt und bei der es zu Entzündungen von Gelenken, Sehnenscheiden und Schleimbeuteln kommt.

Viele Menschen leiden über Jahre hinweg unter Rheuma, das sich im Anfangsstadium mit Müdigkeit und Fieber und im weiteren Verlauf mit geschwollenen Gelenken und einer so genannten Morgensteifigkeit äußern kann.

Im fortgeschrittenen Stadium kommt es zu einer Einschränkung der Beweglichkeit sowie zu einer Verformung der Gelenke mit starken Schmerzen.

Doch kann hier eine Kältebehandlung kurzfristig aber auch dauerhaft Linderung bringen? Lassen sich durch eine Kältetherapie Entzündungen und Schmerzen reduzieren?

Patienten berichten von einer Verringerung der Beschwerden bei einer Kältebehandlung von Rheuma und Knieschmerzen. Dabei werden zum Beispiel auf die schmerzenden Gelenke Kühlpackungen gelegt, aber auch eine Kältebehandlung des ganzen Körpers ist möglich – mit erstaunlichen Effekten.

Lokale Kältebehandlung bei Rheuma mit Moorkissen: Insbesondere Moorkissen mit einer Temperatur von 4-10 Grad können bei rheumatischen Entzündungen der Gelenke besonders wohltuend sein. Bei Entzündungen in den Finger- oder Fußgelenken kann das Kneten eines kalten Moorkissens zum Abschwellen der Gelenke führen.

Ganzheitliche Kältebehandlung bei Rheuma in der Kältekammer: Immer mehr Rheuma Patienten berichten darüber hinaus von der wohltuenden Wirkung einer Kältekammer Therapie bei Rheuma und lokalen Schmerzen wie Knieschmerzen.

Vor der Nutzung einer Kältekammer sollten Sie jedoch mit Ihrem behandelnden Arzt bzw. Rheumatologen sprechen, ob die Behandlung in der Kältekammer in Ihrem individuellen Fall empfehlenswert ist.

Hier wird neben eventuellen Vorerkrankungen und der Krankengeschichte auch der aktuelle Stand der rheumatischen Erkrankung bewertet.

Kältekammer Kryotherapie gegen Schmerzen und Entzündungen bei Rheuma: Insbesondere chronisch entzündliche Gelenkserkrankungen und Beschwerden von Rheuma wie zum Beispiel chronische Polyarthritis oder Morbus Bechterew lassen sich mit der Kryotherapie schonend und effektiv behandeln.

Je nach Therapieart gehen Patienten nur mit Badekleidung, Mütze, Mundschutz, Handschuhen und Socken in eine Vorkammer bei minus 60 Grad und anschließend für wenige Minuten in die Kältekammer bei minus 100 Grad.

Im Anschluss an die Behandlung durchströmt den Körper ein warmes Gefühl und er wird intensiv durchblutet. Bereits nach der ersten Kälteanwendung in der Kältekammer kommt es zu einer Reduzierung der Rheuma Schmerzen.

Ärzte haben in Langzeittherapien mit mindestens 10 Kälteanwendungen herausgefunden, dass sich die Beweglichkeit von Rheumapatienten deutlich verbessert und sich die Schmerzen reduzieren. Dieser Effekt kann bis zu 6 Monate nach dem letzten Besuch in der Kältekammer anhalten.

Probieren Sie es selbst aus! Mit einer Kältebehandlung kann Rheuma und Knieschmerzen natürlich entgegengewirkt werden. Setzen Sie bei rheumatischen Gelenkschmerzen auf eine lokale Kältebehandlung um Entzündungen und Schmerzen einzudämmen.

Lassen Sie sich von Ihrem Facharzt zu einer Therapie in der Kältekammer beraten. Entzündete, geschwollene und schmerzende Gelenken finden so bei Rheuma (rheumatoide Arthritis) Linderung. Bei regelmäßigen Kältebehandlungen können hier Beschwerden mit Langzeitwirkung reduziert werden.

Jetzt kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.