Sie verspüren Schmerzen beim in die Knie gehen oder können Ihr Kniegelenk nicht mehr richtig durchstrecken? Diese und ähnliche Symptome kennen viele Menschen. Doch woher kommen sie und was können Sie selbst aktiv zur Vorbeugung tun?

Knieschmerzen und Knieproblemen können akut nach einer Fehlbelastung oder einem Unfall auftreten, durch eine Erkrankung verursacht werden oder mit steigendem Alter, aufgrund von zunehmenden Verschleiß, auch chronischer Natur sein.

Entsprechend unterschiedlich fallen die auftretenden Kniegelenkprobleme aus und äußern sich beispielsweise als plötzlicher, ständiger, schleichender Schmerz, der unter Belastung oder auch bei bestimmten Bewegungen verstärkt wird.

Mit Knieschmerzen müssen Sie sich jedoch nicht abfinden, denn es gibt eine ganze Reihe von Tipps zur Vorbeugung!

Schmerzen im Knie – woher kommen sie?

Wenn Sie Ihr Knie nicht beugen können oder Schmerzen beim in die Knie gehen verspüren, kann die Ursache in einer Prellung oder Zerrung sowie in einer Entzündung zum Beispiel einer Schleimbeutelentzündung liegen.

Es ist jedoch auch möglich, dass hinter den Beschwerden ein Kreuzbandriss oder Meniskusriss, Gicht, rheumatoide Arthritis, das Reiter-Syndrom oder Morbus Bechterew stecken.

Auch ein zunehmender Verschleiß der Kniegelenke (Gonarthrose) kann zu enormen Knieproblemen führen.

Bereits die Aufzählung der möglichen Ursachen macht deutlich, dass hier professionelle Unterstützung notwendig wird. Bei anhaltenden oder auch wiederkehrenden Problemen sollen Sie immer einen erfahrenen Arzt konsultieren, um abzuklären, wodurch Ihre Schmerzen genau hervorgerufen werden.

Tipp 1: Bei Knieschmerzen Eigenverantwortung übernehmen!

Beschwerden im Knie können den Alltag stark beeinträchtigen. Oft machen vorher geliebte Aktivitäten plötzlich keinen Spaß mehr. Viele Patienten geben dann gern die Verantwortung vollkommen an den behandelnden Arzt ab, ohne selbst aktiv zu werden.

Holen Sie sich zunächst Hilfe bei Ärzten und Therapeuten, doch vergessen Sie dabei nie, dass Ihr Genesungsprozess und auch Ihre Gesundheit stark davon abhängen, wie Sie Ihre Leben gestalten.

Versinken Sie nicht in der Schmerzspirale, sondern konzentrieren Sie sich darauf, die Funktion Ihrer Kniegelenke bestmöglich selbst zu fördern.

Tipp 2: Mit moderatem Training Kniegelenkprobleme vermeiden!

Viele Patienten denken sich: Ich kann mein Knie nicht durchstrecken, also belaste ich es am besten überhaupt nicht mehr…

Je nach Ursache kann dies beispielsweise nach einem Unfall und der passenden ärztlichen Empfehlung zwar durchaus ratsam sein, in vielen Fällen trägt eine dauerhafte Schonhaltung aber nicht zur Verbesserung der Kniegelenkprobleme bei.

Nicht passiv werden! Sprechen Sie mit Ihrem Physiotherapeuten über die Möglichkeiten, die Sie selbst ergreifen können, um ein gelenkschonendes Training zu beginnen.

Es gibt eine ganze Reihe von Sportarten, die Ihre Kniegelenke nicht belasten, aber die Muskeln optimal aufbauen. Dazu gehören unter anderem diverse Wassersportaktivitäten:

  • Rücken- oder Kraulschwimmen
  • Aqua Fitness
  • Rudern
  • Rad fahren
  • Nordic Walking

Verzichten Sie auf Sport, bei dem ein schneller Wechsel der Richtungen gefragt ist, wie beispielsweise beim Fußball. Auch Erschütterungen oder Stöße, die unter anderem beim klassischen Joggen entstehen können, sind eher zu vermeiden.

Das A und O für gelenkschonenden Sport ist eine ausreichende und richtige Erwärmung! So beugen Sie Knieproblemen optimal vor und bauen eine stabile Muskulatur auf, die Ihre Knie stützt und Beschwerden entgegenwirkt.

Tipp 3: Übergewicht nachhaltig reduzieren!

Knieschmerzen können durch Übergewicht begünstigt und verstärkt werden. Das Problem ist im Grunde klar, desto mehr Gewicht die Gelenke tragen müssen, umso stärker ist die Belastung.

Problemen mit den Kniegelenken können Sie vorbeugen, indem Sie unter anderem auch auf Ihr Gewicht achten. Um abzunehmen sind allerdings so genannte Crash Diäten, bei denen Sie schnell an Körpergewicht verlieren, nicht empfehlenswert. Denn dabei entsteht häufig ein Jo-Jo-Effekt und nach einer Entlastung kommt es nicht selten zu einer deutlichen Mehrbelastung der Kniegelenke durch weitere zusätzliche Pfunde.

Nehmen Sie besser nachhaltig ab und stellen Sie Ihre Ernährung langfristig um. Dabei geht es nicht in erster Linie um Verzicht, sondern um eine ausgewogene Lebensweise mit den passenden Lebensmitteln.

Tipp 4: Mit gesunder Ernährung Knieprobleme minimieren!

Andauernde Schmerzen beim in die Knie gehen? Im Sprichwort „Du bist, was Du isst.“ liegt mehr als nur ein Fünkchen Wahrheit. Denn eine passende Ernährung kann Sie nicht nur dabei unterstützen, Ihr Gewicht dauerhaft zu reduzieren und damit die Gelenke zu entlasten, sondern kann beispielsweise auch gegen Entzündungen wirken.

Gemüse wie Brokkoli und Spinat, Beeren, Nüsse, Obst, Scharfstoffe in Gewürzen wie Kurkuma, Ingwer, Chili aber auch Omega-3-Fettsäuren aus kaltgepressten pflanzlichen Ölen oder Kaltwasserfisch können eine entzündungshemmende Wirkung entfalten.

Wenn zum Beispiel die Stoffwechselerkrankung Gicht die Ursache dafür ist, dass Sie das Knie nicht beugen können, probieren Sie eine purinarme Kost aus. Denn bei Gicht kommt es im Blut zu einer Ansammlung von zu viel Harnsäure. Eine langfristige, abgestimmte Ernährung mit wenig Fleisch sowie Wurstwaren und Alkohol kann hier den Schmerz im Knie deutlich reduzieren.

Tipp 5: Mit den passenden Schuhen Beschwerden in den Knien verhindern!

Schuhwerk, was dem Fuß genügend Platz aber auch soliden Halt bietet, eignet sich ideal um Knieschmerzen vorzubeugen.

Insbesondere Frauen sollten bei Kniegelenkproblemen auf Schuhe mit hohen Absätzen verzichten, da diese Gelenke und Wirbelsäule stark strapazieren können.

Eine Absatzhöhe von 2-4 cm ist gelenkschonend und kann, je nach Beschwerden, auch über einen längeren Zeitraum hinweg getragen werden, ohne dass dabei Schmerzen auslöst werden. Testen Sie am besten zunächst für 1-2 Stunden täglich, wie sich das Tragen von Schuhen mit einem kleinen Absatz auf Ihre Knie auswirkt.

Besorgen Sie sich individuelle Einlegesohlen! Vereinbaren Sie dazu einen Termin bei einem guten Orthopäden. Dieser kann Ihnen nicht nur genau sagen, worauf Sie bei der Auswahl Ihrer Schuhe achten sollten. Er kann Ihnen zum Beispiel auch individuelle Schuhe und Einlegesohlen verschreiben, die auf die Bedürfnisse Ihres Körpers abgepasst sind.

Dabei haben bereits einfache Einlegesohlen häufig eine erstaunliche Wirkung. Das Gute daran ist, diese lassen sich schnell aus einem Schuh entfernen und in einen anderen einlegen. Ganz gleich, ob Sie gerade Ihre Lieblingsschuhe bei der Arbeit tragen oder in Ihre Sportschuhe schlüpfen wollen.

Für gesunde und schmerzfreie Kniegelenke! Mit unseren Tipps beugen Sie aktiv Knieproblemen vor.
Auch wenn Sie vielleicht gerade Ihr Knie nicht beugen oder nicht durchstrecken können, das muss kein Dauerzustand bleiben!

Denn Sie wissen jetzt: In Zusammenarbeit mit Ihrem Arzt und einen guten Physiotherapeuten können Sie auch selbst eine ganze Menge dafür tun, dass Ihre Knie in Zukunft beschwerdefrei sind und Sie ein aktives Leben genießen können.

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