Wohltuende Wärme, beispielsweise in Form eines heißen Bades aber auch als Wärmebehandlung mit einem Moorkissen, kann gezielt und ganz natürlich gegen Schmerzen helfen.

Doch wann hilft Wärme gegen Schmerz und wann ist eher eine Kälteanwendung zu empfehlen?

Wir haben Ihnen die 10 häufigsten Schmerz-Fragen zusammengestellt und die Wirksamkeit von Wärme dazu unter die Lupe genommen.

1. Hilft Wärme gegen Muskelkater, Muskelschmerzen oder Muskelzerrungen?

JA, Wärme hilft gegen Muskelkater. Schmerzen, die durch einen Muskelkater, zum Beispiel nach intensiver sportlicher Betätigung auftreten, entstehen durch kleinste Risse in den Muskeln. Hier kann Wasser eintreten, dass den Muskel schmerzhaft anschwellen lässt.
Ein Muskelkater ist häufig ein Resultat einer Muskelbelastung in der Streckung. Besonders oft sind untrainierte Muskelgruppen betroffen, die beispielsweise beim Sport stärker in Anspruch genommen wurden.

Tritt ein Muskelkater auf, kann dieser durch eine gute Durchblutung reduziert oder vermieden werden. Tipp: Nutzen Sie hierfür beispielsweise ein Wärmekissen aus 100% Naturmoor und legen Sie es auf den schmerzenden Bereich.

Bereits nach wenigen Minuten werden Sie spüren können, wie die wohltuende Wärme den Muskelkater deutlich lindert.

2. Hilft Wärme gegen Ohrenschmerzen?

JEIN, denn es kommt auf die Art der Ohrenschmerzen an. Während gerade bei einer Mittelohrentzündung Wärme von den Patienten häufig als sehr angenehm und schmerzlindernd empfunden wird, kann bei Entzündungen im äußeren Gehörgang Kälte wohltuender sein.

Halten die Schmerzen an, ist ein Besuch beim Ohrenarzt empfehlenswert, um abzuklären an welcher Stelle des Ohrs die Schmerzen auftreten.

Anschließend können Sie, je nach Diagnose, ein kleines Moorkissen sowohl für die Wärme- als auch für die Kältetherapie nutzen. Das Moor hält die Temperatur über einen langen Zeitraum hinweg.

3. Hilft Wärme gegen Blasenentzündung?

JA, Wärme wird bei durch eine Blasenentzündung verursachte Schmerzen als lindernd empfunden. Brennen und Schmerzen beim Wasserlassen gehören zu den häufigsten Symptomen einer Blasenentzündung. Neben einer Wärmeanwendung sollte jetzt viel Tee und Wasser getrunken werden, um entzündungsauslösende Keime aus der Blase auszuspülen.

Tipp: Bereits bei den ersten Anzeichen für eine Entzündung der Blase sollten Sie auf Wärme achten, zu denen warme Socken, Unterwäsche aber auch ein ansteigendes Fußbad sowie Wärme auf dem schmerzenden Bereich der Blase gehören.

4. Hilft Wärme gegen Hämorriden (alte Schreibweise Hämorrhoiden)?

NEIN, Schmerzen, die durch Hämorriden verursacht werden, lassen sich besser mit Kälte behandeln.

Bei Hämorriden handelt es sich um häufig sehr schmerzhafte, hervortretende Vergrößerungen der Venen des Mastdarms um den After – eine Erkrankung die oft noch als Tabuthema gilt.

Schmerzende Hämorriden und deren geweitete Blutgefäße lassen sich gut durch kühlende Gels oder einen Kältestab (rezeptfrei n der Apotheke erhältlich) beruhigen, denn die Kälte sorgt für ein Zusammenziehen der Blutgefäße und somit für eine Schmerzreduktion.

5. Hilft Wärme gegen Rückenschmerzen?

JEIN, denn hier kommt es auf die Ursache und die Verlaufsphase der Rückenschmerzen an.
Wenn Entzündungen die Ursache für Rückenschmerzen sind und die Symptome gerade akut aufgetreten, kann eine Kühlung des betroffenen Bereichs hilfreich sein.

Wenn die erste Phase (3-5 Tage) der durch Entzündungen bedingten Rückenschmerzen vorüber ist, wird von Therapeuten meist Wärme empfohlen, um die Blutversorgung um Rücken zu fördern und die Muskeln wieder beweglich zu machen.

Rückenschmerzen, die durch Verspannungen zum Beispiel durch Fehlbelastungen, Zugluft, ungesunde Schlafhaltung, Stress oder Bewegungsmangel verursacht wurden, werden am besten mit Wärme behandelt.

Hier können Wärmeanwendungen als wertvolles Heilmittel dienen, um die Durchblutung und den Muskelstoffwechsel schonend anzuregen uns somit den körpereigenen Heilungsprozess zu fördern.

Tipp für unterwegs: Mit modernen Wärmepflastern oder auch Wärmecremes können Sie die Durchblutung Ihres schmerzenden Rückens auch dann fördern, wenn Sie gerade nicht zu Hause sind und kein Wärmekissen zur Hand haben.

Pflaster und Cremes lassen sich punktgenau auf die schmerzende Stelle am Rücken aufbringen und können dort ihre wohltuende Wirkung entfalten.

6. Hilft Wärme gegen Zahnschmerzen?

Nein, für Zahnschmerzen sind häufig Entzündungen oder Parodontitis verantwortlich, die sich am besten mit Kälte behandeln lassen. Wärme hingegen kann die Zahnschmerzen verstärken.

Ideal eignen sich hier Eisbeutel, kalte Kompressen oder kleine Moorkissen, die vorsichtig von außen auf die betroffenen Stellen gedrückt werden. Möglich ist auch das Spülen mit kaltem Wasser.

7. Hilft Wärme gegen Nackenschmerzen?

Ja, Wärmeanwendungen können dabei helfen, die verspannte Nackenmuskulatur zu lockern. Bestens geeignet sind hier ein gemütliches Vollbad aber auch ein Wollschal, der gerade in der kalten Jahreszeit den Nacken vor Zugluft schützt.

Besonders effektiv gegen Schmerzen im Bereich des Nackens können beispielsweise Rotlicht oder ein warmes Moorkissen im Nacken wirken.

8. Hilft Wärme gegen Nierenschmerzen?

Ja, Wärme kann bei Nierenschmerzen sehr wohltuend sein. Jedoch können Nierenschmerzen ganz unterschiedliche Ursachen haben und sollten unbedingt von einem Arzt abgeklärt werden.

Wärme kann bei Nierenschmerzen für Entspannung der umliegenden Muskulatur sorgen und die Durchblutung unterstützen. Dazu kann eine Wärmeflasche oder ein Moorkissen um die Nierengegend gelegt werden.

Oft stellt sich bereits nach kurzer Wärmeanwendung eine Linderung der Schmerzen ein.
Bei Nierenschmerzen sollten Sie außerdem viel Trinken, um die Nieren richtig durchzuspülen. Empfehlenswert sind hier harntreibende Tees u. a. aus Brennnessel- oder Löwenzahnblättern.

9. Hilft Wärme gegen Entzündungen?

Nein, bei akuten Entzündungsvorgängen im Körper ist Kälte besser geeignet. Unmittelbar nach der Entstehung von lokalen Entzündungen können kalte Auflagen helfen, der Entzündung entgegenzuwirken.

Möglich wird das, da die Kälte zunächst die Durchblutung mindert. Der Kältereiz sorgt für eine Verengung der Blutgefäße, durch die die Schwellung im verletzten Gewebe reduziert wird.

10. Hilft Wärme gegen Halsschmerzen?

Ja, denn durch die Wärme werden die Gefäße im Hals geweitet und die Schleimhaut in Hals und Rachen gut durchblutet. Das ist insbesondere dann gut, wenn die Halsschmerzen durch Viren verursacht werden, denn es kommt zu einem schnelleren Abtransport von Schleim und Eiter.

Bei Halsschmerzen, die zum Beispiel durch eine Mandeloperation oder ähnliches verursacht werden, ist jedoch Kälte besser geeignet. Nach einer Operation ziehen sich dadurch die Blutgefäße zusammen, die Wunde kann weniger nachbluten und der Schmerz wird durch die Kühlung betäubt.

Hilft Wärme tatsächlich gegen alle Schmerzen? Die Wärmetherapie kann als natürliches Mittel gegen eine ganze Reihe von Schmerzen zum Einsatz kommen. Es gibt jedoch auch Schmerzen, die sich besser mit Kälteanwendungen behandeln lassen.

Die 10 Schmerz-Fragen und -Antworten geben Ihnen einen Überblick, wann Wärme besonders wohltuend wirkt. Sind Sie sich jedoch unsicher, ob in Ihrem konkreten Schmerzfall eine Kälte- oder Wärmeanwendung sinnvoll ist, wenden Sie sich bitte an den Arzt oder Therapeuten Ihres Vertrauens.

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