Viele Begriffe und Gegebenheiten sind wir in unserem Alltag so gewohnt, dass wir sie gar nicht mehr hinterfragen. Zum Beispiel die Frage danach, wie eigentlich ein Moor entsteht?

Wir kennen die Bezeichnung Moor zwar als Definition für ein Feuchtgebiet, das über einen ständigen Wasserüberschuss verfügt. Oft wissen wir aber nicht warum dies so ist oder was beispielsweise ein Moor von einem Sumpf unterscheidet. Der folgende Artikel erklärt klar und übersichtlich, wie ein Moor entsteht, was dafür notwendig ist und was Moor so besonders macht.

Der Begriff Moor

Bei Mooren handelt es sich um Feuchtgebiete, die aufgrund eines sehr weichen Bodens oft eine sonderbare Vegetation mit eigenen Biotopen aufweisen. Gespeist wird das Moor immer von Wasser, entweder aus Niederschlägen oder aus Bodenwasser. Aufgrund einer vorherrschenden Sauerstoffarmut und einer dadurch bestehenden Ansammlung nicht oder nur unvollständig zersetzter pflanzlicher Reste entsteht im Moor sogenannter Torf. Torf ist eine organische Ablagerung, die eine faserige Struktur besitzt und dunkelbraun bis schwarz aussehen kann.

Anders hingegen verhält es sich bei einem Sumpf, der hin und wieder austrocknet. Dadurch werden alle organischen Bestandteile vollkommen zu Humus (tote organische Bestandteile eines Bodens) umgewandelt.

Je nach Art der Wasserzufuhr werden Moore grob in Hoch- und Niedermoore unterteilt. Hochmoore verfügen über einen niedrigen Bewuchs, Niedermoore können auch einen Baumbestand ausbilden.

Welche Moortypen finden sich weltweit?

Weltweit gibt es Moore verschiedenster Arten, die in etwa eine Landfläche von 3 Prozent einnehmen und somit rund 4 Millionen Quadratkilometer unserer Erde bedecken. Moore finden sich in Nord- und Südamerika, im Amazonasbecken, in Nord- sowie Südostasien, aber auch in Nordeuropa u. a. auch in Deutschland. Hier liegen sie insbesondere im Nordosten, Nordwesten sowie im Vorland der Alpen. Dabei gibt es die unterschiedlichsten Moortypen wie:

  • Quellmoore – Austritt von Quellwasser im Untergrund
  • Durchströmungsmoore – Moorspeisung mit einem Grundwasserstrom
  • Überflutungsmoore – schwankende Wasserstände unterteilt in Küstenüberflutungsmoore (Entstehung an der Küste von Meeren) und Auenüberflutungsmoore (Entstehung an Flüssen)
  • Hangmoore – Moorspeisung an Hängen durch weiter oben liegende Bäche bzw. Rinnsale
  • Kesselmoore – häufig in Landschaften aus Jungmoränen oder Vulkanen mit Kesselform ohne natürlichen Wasserabfluss
  • Regenmoore – Pflanzen wie Torfmoos wachsen so hoch, dass der Torf nicht mehr aus dem Grundwasser, das reich an Mineralstoffen ist, gespeist wird, sondern nur durch Regenwasser
  • Verlandungsmoore – Entstehung durch Verlandung und Zuwucherung von Stillgewässern wie zum Beispiel Seen
  • Versumpfungsmoore – Entstehung in flachen Senkungen, meist auf festen Ton- oder Sandboden, wenn der Spiegel des Grundwassers ansteigt

Wie genau entsteht ein Moor?

Für die Entstehung eines Moores bedarf es eine Reihe von Grundvoraussetzungen, dazu gehören:

  • Niederschlagsreiche Region
  • Gebiet mit hoher Luftfeuchtigkeit
  • der Boden muss eine Stauung von Wasser ermöglichen
  • die Entwicklung neuer Pflanzen übertrifft die Verluste von Pflanzenresten durch Zersetzung

So genannte Nieder- und Hochmoore entstehen auf unterschiedliche Art und Weise.

Topogene Entstehung von Niedermooren: Niedermoore entstehen vor allem in Niederungen und Flusssenken. Sie wachsen anders als Hochmoore nur geringfügig in die Höhe. Sie sind aber bis in die Oberfläche getränkt mit Quell-, Sicker- oder Grundwasser (topogen). Dabei kommt es zu einer vielseitigen Vegetation mit Gräsern, Moosen und ähnlichem.

Zwischen- bzw. Übergangsmoor: Dabei handelt es sich um ein Moor, das sich in der Übergangsphase zwischen Niedermoor und Hochmoor befindet. Dabei können sich auch Pflanzen finden, die sowohl im Nieder- als auch im Hochmoor vorkommen.

Ombrogene Entstehung von Hochmooren: Bei Hochmooren handelt es sich um Moore die sich über den Grundwasserspiegel hinaus in niederschlagsreichen Regionen auf mineralischen Böden entwickelt haben. Sie werden nicht mehr durch das Grundwasser bzw. über den mineralischen Boden gespeist, sondern ausschließlich ombrogen (niederschlagswasserernährt) durch auftrefendes Regenwasser. Es bildet sich nach und nach immer mehr Torf, der das Moor nach oben wachsen lässt. Aus diesem Grund erfolgt auch die Bezeichnung Hochmoor.

Entstehung des Naturmoors Bad Aibling in Deutschland

Das Moor in Bad Aibling in Deutschland ist im Inntal durch einen Gletscher entstanden, der sich zunächst zurückbildete und den Rosenheimer See entstehen ließ. Es folgte die Verlandung des Rosenheimer Sees, in dessen letzten feuchten Mulden altes Gras und Moos durch einen hohen Grundwasserstand nicht zu Humus wurde. Nach und nach entstand hier das Naturmoor Bad Aibling, das jedes Jahr nur um rund 1 Millimeter wuchs.

Heute bietet das Naturmoor einen guten Grad an Vertorfung und ist damit gut für den Abbau (ohne Steinmaterial oder Wurzelwerk) geeignet. Um das Moor nicht dauerhaft zu schädigen, wird das im Kurort Bad Aibling verwendete Moor nach den Anwendungen wieder ins Moorgebiet von Bad Aibling zurücktransportiert. So entstehen aus einstigen Abbaugebieten heute Naturschutzgebiete, die besonders artenreiche und auch seltene Pflanzen (wie beispielsweise den Sonnentau) beheimaten.

Welche Inhaltsstoffe und natürlichen Eigenschaften machen Moor für den Menschen besonders interessant?

Moor ist reich an Huminsäuren, hochmolekularen chemischen Verbindungen, die eine positive Wirkung auf das endokrine System des Menschen haben können. Darüber hinaus besitzt es wertvolle Mineralien die gemeinsam mit den Huminsäuren wirken können:

  • entspannende und wärmende Eigenschaften
  • krampflösend
  • durchblutungsfördernd
  • entzündungshemmende Mechanismen
  • antibakteriell
  • regulierend auf Hormone

Moor wird in Deutschland besonders schonend abgebaut, von groben Pflanzenresten befreit und anschließend zu einem zähen Brei verarbeitet. Dieses naturbelassene Moor ist reich an Huminsäuren sowie Mineralstoffen und eignet sich ideal für Voll- bzw. Teilbäder, Moorpackungen sowie die Füllung von Moorkissen, wie beispielsweise unsere Moorkissen mit 100% Naturmoor aus Bad Aibling. Hier wird der natürliche Effekt des Moores genutzt, Temperaturen über eine lange Zeit hinweg konstant halten zu können.

Dabei kann das Moorkissen sowohl für mehrere Stunden im Kühlschrank gekühlt werden, um damit eine Kälteanwendung durchführen zu können. Oder aber es wird in einem heißen Wasserbad auf die gewünschte Temperatur erhitzt und für Tiefenwärme-Anwendungen zum Beispiel auf dem Rücken eingesetzt. Auf eine schmerzende Körperstelle gelegt, kann das Moorkissen so lange Zeit wärmen und den Schmerz ganz natürlich lindern. Tipp: Moor ist ein 100 %iges Naturprodukt und ist so auch für Kinder ideal geeignet.

Moor lässt sich besonders vielseitig für die Gesundheit einsetzen. Mögliche Anwendungsgebiete von Naturmoor sind beispielsweise:

  • Rheuma
  • Arthrose
  • Ischias
  • Gicht
  • periphere Störungen der Durchblutung
  • Nachbehandlung bei Unfällen
  • Einsatz bei Blasen- bzw. Prostataproblemen und gynäkologischen Indikationen
  • Kältetherapie bei Entzündungen, entzündungshemmend und schmerzstillend u. a. bei den Gelenken
  • Erzeugung eines künstlichen Heilfiebers zur stärkt der eigenen Selbstheilskräfte
  • Anwendungen im Bereich Wellness für gepflegte und besonders weiche Haut
  • u. v. m.

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