Sie sind in Geografie und Topografie fit? Können Sie zehn Top Moore in Deutschland aufzählen?

Glückwunsch an alle die, denen das tatsächlich aus dem Stegreif möglich ist.

Für alle diejenigen, die gern mehr über die Moore in Deutschland sowie das Ökosystem Moor erfahren wollen, enthält der folgende Beitrag zahlreiche interessante Informationen.

Tauchen Sie ein in die spannende Welt von Sumpf und Moorpflanzen …

Das Ökosystem Moor kurz erklärt

Das Ökosystem Moor entwickelte sich in Deutschland im Anschluss an die letzte Eiszeit, nach der sich abgestorbene Reste von Pflanzen aufgrund eines Ausschlusses von Sauerstoff nicht gänzlich zersetzten.

Dadurch entstand eine Biomasse, die auch als Torf bezeichnet wird.

Nicht alle Moore sind gleich, es existieren eine ganze Reihe unterschiedlicher Moortypen. Sie bieten teilweise vollkommen unterschiedliche Lebensräume und -bedingungen für Tiere und Moorpflanzen.

Es gibt eine ganze Reihe von Gliederungssystemen, in denen Moortypen über die Jahre hinweg eingeordnet wurden. Zu den bekanntesten gehören die ökologischen sowie die hydrologischen Typisierungen.

Ökologische Moortypen werden unterschieden nach Sauer-Armmoore (oligotroph-sauer), Sauer-Zwischenmoore (mesotroph-sauer),Basen-Zwischenmoore (mesotroph-subneutral),Kalk-Zwischenmoore (mesotroph-kalkhaltig) sowie Niedermoore (eutroph).

Hydrologische Moore werden in Quellmoore, Hangmoore, Versumpfungsmoore, Verlandungsmoore, Überflutungsmoore, Küsten Überflutungsmoore, Durchströmungsmoore, Kesselmoore, Zwischen-/Übergangsmoore sowie Regenmoore unterteilt.

Aufgrund eines andauernden Vorgangs wuchsen die Moore und entwickelten sich zu den bereits benannten Nieder- und Hochmooren. Hochmoore sind unabhängig vom Grundwasser und werden durch Regen gespeist. Deshalb werden diese auch als Regenmoore bezeichnet.

Interessanter Fakt: Für ein Wachstum von 10 Metern braucht ein Moor rund 10.000 Jahre!
Das Ökosystem Moor ist hochkomplex und bietet für viele Tier- und Pflanzenarten ein Zuhause. Moore dienen als Speicher großer Kohlenstoffmengen und unterstützen den Haushalt der Landschaft als Rückhalte- und Filterboden.

Die meisten Hochmoore in Deutschland befinden sich in Niedersachsen. Dort wurden allerdings über Jahrhunderte hinweg große Eingriffe in das Ökosystem Moor vorgenommen, sodass heute nur noch rund 2 % der ursprünglichen Moore als intakt gelten.

Der Nordosten von Deutschland beherbergt die meisten Niedermoore. Von diesen wurden jedoch bis heute ebenfalls bereits rund 95 Prozent trockengelegt.

Diese Entwicklung ist in der Geschichte begründet, denn Moore galten für die ansässigen Menschen über lange Zeit hinweg als unbrauchbares Ödland. Hier war weder Ackeranbau noch die Zucht von Vieh möglich.

Das Trockenlegen ganzer Moorlandschaften galt früher als Siegeszug über die Natur. Heute werden etwa die Hälfte aller früheren Moore in Mittel- sowie Nordeuropa landwirtschaftlich genutzt.

Kennen Sie den Unterschied zwischen Sumpf und Moor?

Als Sümpfe werden terrestrische Naturgebiete bezeichnet, die zu bestimmten Zeiten einen schlammartigen, nassen Boden mit stehendem Gewässer aufweisen.

Alle organischen Substanzen werden in Sümpfen zu Humus zersetzt. Moore hingegen sind ständig nass und bilden an der Oberfläche Torf.

Wussten Sie?

Unsere deutschen Moore bedeckten einst etwa 1,5 Millionen Hektar der deutschlandweiten Fläche, also mehr als 4 Prozent. Aktuell sind davon etwa 95 Prozent bereits entwässert, von der Landwirtschaft genutzt oder bebaut!

Moorpflanzen – die eindrucksvolle Flora der Moore

Die Moore in Deutschland sind Heimat hochspezialisierter und heute oft nur noch selten vorkommender Moorpflanzen.

Dazu gehören u. a. Zwergbirke, Torfsegge, Sonnentau, Wollgras, Simsenlilie, Mehlprimel, Sumpf-Veilchen, Moosbeere, Blutwurz, Rosmarinheide, der Blaue Sumpfstern, Sternsteinbrech oder die Sumpfcalla.

Die Top 10 bekanntesten Moore in Deutschland im Überblick

1. Murnauer Moos (Bayern)

Das Murnauer Moos liegt bei Garmisch-Partenkirchen und gilt mit 32 km² als größtes Alpenrandmoor Mitteleuropas. Rund zwei Drittel des Moores gehört zu einem Naturschutzgebiet. Das Murnauer Moos ist Heimat von rund 946 Moorpflanzen und etwa 1000 Tierarten.

2. Wurzacher Ried (Baden-Württemberg)

Der Europarat zeichnete das Wurzacher Ried als größte intakte Hochmoorfläche in Mitteleuropa aus.

Besucher schätzen das „Torfbähnle“, das durch das Wurzacher Ried fährt und mit zahlreichen Informationen rund um die Geschichte und Entwicklung dieses deutschen Moores aufwartet.

3. Rambower Moor (Brandenburg)

Dieses deutsche Moor gilt als eines der schönsten Durchströmungsmoore in Brandenburg. Ein Rundwanderweg lädt auf rund 12 Kilometer auf eine Wanderung durch die vielseitige Flora und Fauna des Rambower Moors ein.

4. Schwarzes Moor (Dreiländereck Hessen, Thüringen, Bayern)

Das UNESCO-Biosphärenreservat der Rhön erstreckt sich auf rund 243.000 ha und umfasst einen rund 66 ha großen Moorbereich, der sich aus mehreren Niedermooren zusammensetzt. Das Schwarze Moor gehört zu den intakten Regenmooren der Rhön. Hier können Besucher unberührte Moorlandschaften genießen.

5. Venner Moor (Niedersachsen)

Beim Venner Moor handelt es sich um ein früheres Hochmoor, dass sich heute über eine Fläche von rund 150 Hektar erstreckt. Das Venner Moor ist ein Naturschutzgebiet mit zahlreichen Tierarten, die u .a. auch vom Aussterben bedroht sind, wie zum Beispiel die Maulwurfsgrille.

6. Wolfsbruch, Ebbemoore (Nordrhein-Westfalen)

Das Moor Wolfsbruch befindet sich im Naturschutzgebiet Ebbemoore im Sauerland. Besonders eindrucksvoll sind hier die weißen Wollgras Fruchtschöpfe die sich wie Schneebälle über das Moor ziehen. Ein Naturerlebnisweg führt durch die besondere Moorlandschaft Wolfsbruch.

7. Rotes Moor (Hessen)

Das Rote Moor ist das zweitgrößte Hochmoor der Rhön. Es liegt bis zu 830 Meter über dem Meeresspiegel und gilt als besonders beliebter Ausflugsort der Rhön. Dieses Moor ist als Naturschutzgebiet gekennzeichnet und gehört zum Biosphärenreservat Rhön.

8. Stedtlinger Moor (Hessen)

Das Stedtlinger Moor ist etwa 1 Kilometer westlich von Stedtlingen gelegen und erstreckt sich auf einer Fläche von rund 200 x 150 m.

Das Hochmoor ist reich an Flora und Fauna und umfasst auch seltene Moorpflanzen und Tierarten darunter außergewöhnliche Schmetterlinge und Vögel wie Wiesenpieper, Blesshuhn, Stockente oder Feldschwirl. Bei dem Stedtlinger Moor handelt es sich um ein sogenanntes Verlandungsmoor.

9. Harzer Hochmoore

Über Jahrtausende hinweg haben sich die Harzer Hochmoore systematisch über eine beeindruckende Fläche von 2.000 ha ausgeweitet. Über 500 ha erstrecken sich heute nahezu waldfreie Hoch- und Niedermoore. Sie sind Heimat der vom Aussterben bedrohten Alpen-Smaragdlibelle.

10. Naturmoor Bad Aibling (Bayern)

Das Moor aus dem Moorgebiet der Kurstadt Bad Aibling wird auch als „Schwarzes Gold“ bezeichnet, denn das Moor eignet sich zur Behandlung von Rheuma, Ischias oder Arthrose, peripheren Durchblutungsstörungen oder beispielsweise auch bei Osteoporose. Hier besuchen die Gäste Bayerns ältestes Moorheilbad sowie seit 2007 auch ein Thermalbad.

Alle Informationen über Moore in Deutschland in einem Blogbeitrag zusammengefasst! In diesem Artikel haben Sie interessante Einblicke in das Ökosystem Moor sowie in Moorpflanzen erhalten. Passend dazu entführt Sie unser Überblick zu den 10 bekanntesten Mooren deutschlandweit.

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